Verschönerungsverein Schwelm

Seit 121 Jahren aktiv für Schwelm und seine Bürger

Der Verschönerungsverein Schwelm e.V. blickt auf eine über 120-jährige Geschichte zurück. Seit seinem Gründungsjahr 1896 zählen bis heute zu seinen satzungsmäßigen Aufgaben „Verschönerungen aller Art, namentlich solche Anlagen und Wege im Bezirke der Stadt Schwelm und Umgegend selbständig herzustellen oder deren Ausführung anzuregen, zu fördern und zu unterstützen, welche zur Annehmlichkeit, Bequemlichkeit und Erholung des Publikums beitragen können“.

So erwarb der Verein im Laufe der Jahrzehnte Grundstücke, Grünland und Wälder, sorgte kontinuierlich für Aufforstung, Baumpflanzungen und eine nachhaltige Forstwirtschaft. Wanderwege wurden angelegt und an besonderen Aussichtspunkten oder Wegen Ruhebänke zur Erholung aufgestellt.

Mit persönlichen Spenden, mit Darlehen der Bürger und Finanzhilfen seitens der Stadt entstand ein zusammenhängendes Naherholungsgebiet im Südwesten der Stadt zwischen Winterberg und Ehrenberg, das heute 46 HA umfasst.

1907 kam es zum Ankauf eines Anwesens mit Wohnhaus und Fabrikraum auf dem Ehrenberg. Aus diesem Gebäude entstand die vereinseigene Gaststätte mit Schankbetrieb „Waldlust“, die am 27. Mai 1908 feierlich eingeweiht wurde und bis zum Jahre 1996 ein zentraler Ort für den Verein bleiben sollte. Am nahegelegenen Hang richtete der Verschönerungsverein eine Rodelbahn ein, die 1980 der Schwelmer Skiclub mit einem Schlepplift austattete. Sportbegeisterte werden sich sicherlich noch an die vielbeachteten Abfahrtsrennen erinnern.

Gedenksteine, die der Verein an markanten Punkten aufstellte, erinnern an Persönlichkeiten, die sich besonders für die Schwelmer Kulturlandschaft verdient gemacht hatten.

In all den Jahren nahmen die Bürger das gemeinnützige Wirken und die vielfachen Aktivitäten des Vereins wohlwollend und mit Interesse an, erholten sich bei Spaziergängen über die angelegten Wanderwege, machten Ausflüge ins Grüne und kehrten zur Rast in der Waldlust ein. Zahlreiche Menschen nahmen an den Festivitäten teil, spendeten Geldbeträge und Land oder traten selbst dem Verein als Mitglied bei.

Der Verein unterstützte zudem auch solche Projekte, die allgemein zur Verschönerung oder zur Attraktivität der Stadt beitrugen. So leistete er beispielsweise eine größere Geldspende 1970 für die Errichtung des Schwelmer Hallenbades, richtete 1972 einen Kinderspielplatzes am Ehrenberg ein oder ließ 1993 eine Bronzetafel in das Straßenpflaster ein, die an die alte Stadtmauer erinnert.

1995 fiel eine notwenige, aber auch zukunftsweisende Entscheidung des Vorstands. Man beschloss, die Waldlust zu verkaufen, da eine Kernsanierung des alten Gebäudes für die finanziellen Möglichkeiten des Vereins nicht tragbar war. Darüber hinaus hatte sich bereits seit mehreren Jahren abgezeichnet, dass immer weniger Familien oder Wanderer die Waldlust als Ausflugslokal besuchten und somit der ursprüngliche Zweck als Wanderziel nicht mehr im Vordergrund stand.

Den Verkaufserlös investierte der Verein zusammen mit Mitteln des Landes NRW und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung in ein neues Gebäude in Schwelm und rettete es damit vor dem völligen Verfall: Die im neugotischen Stil erbaute Kapelle im Martfelder Park.

Einen ausführlichen Bericht über die Aktivitäten des Verschönerungsvereins Schwelm finden Sie in der Festschrift anlässlich des 100. Jubiläums „Verschönerungsverein Schwelm 1896-1996“, verfasst von Dieter Wiethege und Wolfgang Fenner, Schwelm 1996.

Mit freundlicher Unterstützung:

Gut gepflegte Wälder, einladende Wanderwegen und Ruhebänke an besonderen Aussichtspunkten – die Pflege der Naherholungsgebiete zählen noch heute zu den gemeinnützigen Aufgaben des Verschönerungsvereins Schwelm.

Das Bild von bewaldeten Hängen in unserer unmittelbaren Umgebung war in der Vergangenheit jedoch nicht immer selbstverständlich. Im Gegenteil, denn im 18. Jahrhundert verschlangen die zahlreich entstehenden Rohstahlhämmer enorme Mengen an Holzkohle. Diese stellte man vor Ort aus dem Holz der heimischen Wälder her. Eine rücksichtslose Abholzung der Waldbestände war die Folge. Auch mit dem industriellen Einsatz der Steinkohle im 19. Jahrhundert setzte sich der Kahlschlag in der Forstwirtschaft weiter fort, benötigten doch Berg- und Hüttenwerke ebenfalls Unmengen an Holz.

Um dieser bedrohlichen Landschaftsveränderung aktiv entgegenzuwirken, bildeten sich im späten 19. Jahrhundert nach und nach bürgerschaftliche Initiativen wie Verschönerungs- und Forstschutzvereine – so z.B. 1864 der Barmer, 1896 der Schwelmer und 1899 der Gevelsberger Verschönerungsverein.

Max-Klein-Straße, Straßenschild an der Ecke zum Westfalendamm (Foto: A. Peter, 2016)

Max Klein
Eng verknüpft mit der Geschichte des Verschönerungsvereins Schwelm ist der Name Max Klein. Der gebürtige Schwelmer Kaufmann engagierte sich fast 50 Jahre lang, von 1899 bis 1945 und zuletzt als Ehrenvorsitzender, zum Wohle der Allgemeinheit im Vorstand des Verschönerungsvereins Schwelm. Weitere Ehrenämter und Aufgaben im öffentlichen Leben kamen hinzu. Für seine Verdienste ehrte ihn die Stadt Schwelm anlässlich seines 75. Geburtstages mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde und der Umbenennung der ehemaligen Jägerstraße in Max-Klein-Straße.

Noch heute dehnt sich ein mehrere Hundert Hektar großes Naherholungsgebiet im Südwesten der Stadt aus und bietet Spaziergängern, Wanderern und Sportlern ein umfangreiches Wegenetz in einem zusammenhängenden Waldgebiet. Ebenso sind die ehemalige „Waldlust“ sowie der Natur- und Landschaftsschutz eng mit dem Verschönerungsverein und dem Namen Max Klein verbunden. Der „Max-Klein-Wanderweg“ oder die ehemalige „Max-Klein-Hütte“ erinnern an den rührigen Bürger, der zahlreiche Spuren in Schwelm hinterließ.

Gedenkstein „Max-Klein-Wanderweg“ (Ausschnitt) im Waldgebiet westlich der Feldstraße (Foto: A. Peter, 2016)

Max Klein wurde am 22.09.1861 als Sohn von Wilhelm und Sophie Klein in Schwelm geboren. Wie sein Vater und Großvater wurde er Kaufmann. Vater Wilhelm führte in zweiter Generation ein Textilgeschäft in der Ostenstraße. Dieses hatte Großvater Gottlieb Wilhelm Klein 1782 zusammen mit einem Partner als Kaufhaus „Klein und Troesken“ gegründet. 1896 trat Enkel Max Klein als Kaufmann in das Geschäft ein.

Schwelm, Ostenstraße; Postkarte, 1903; rechts im Bild das Geschäftshaus Max Klein.

Im gleichen Jahr heiratete er Aenni Krüger, Tochter des Lüttringhauser Arztes Karl-Friedrich Krüger. Den Namen des Textilgeschäftes änderte er später in „Max Klein“ um, das 1926 in einer Werbeanzeige mit der Bezeichnung als „Manufaktur-, Modewaren- und Konfektionsgeschäft, Bettstellen, Matratzen, Betten“ warb und die Adresse Ostenstr. 1 und 2 auswies. Im Zuge der geplanten Innenstadtsanierung wurde das Gebäude 1963 abgerissen. Als geachteter Bürger wurde Max Klein 1899 Stadtverordneter. Dieses Amt übte er bis nach dem 1. Weltkrieg aus, und zudem gehörte er seit 1900 im Rat der Stadt Schwelm der Baukommission und dem Bauausschuss an. 1933 entzog man ihm die Mitgliedschaft im Bauausschuss.

Seine ehrenamtliche Tätigkeit im Verschönerungsverein begann 1899, als er zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. 1915 übernahm er dessen Vorsitz und sollte dieses Amt die weiteren 30 Jahre, bis 1945 ausüben. Auch wurde Max Klein 1909 Vorsitzender des neu gegründeten Schwelmer Ortsverband des Sauerländischen Gebirgsvereins sowie 1926 Gründungsmitglied des Schwelmer Verkehrsvereins und dessen Vorsitzender. Zahlreiche Fotografien im Stadtarchiv Schwelm zeugen von Aktivitäten der Mitglieder des Verschönerungsvereins und von gemeinsam mit dem SGV unternommenen Wanderungen und Veranstaltungen.

Ausflug, ca. 1913; 2. v. l., stehend: Max Klein; ganz rechts mit Stock: Stadtbaurat Ferdinand Bußmann, der maßgeblich für den Bau des alten Sparkassengebäudes und des Gymnasiums verantwortlich war. (Foto: Stadtarchiv Schwelm)
Anpflanzung einer Erinnerungseiche in den Anlagen der Sophienhöhe am 8. Mai 1921 zum 25-jährigen Bestehen des Verschönerungsvereins Schwelm (Foto: Stadtarchiv Schwelm)

Im Oktober des Jahres 1899 schenkte Sophie Klein, die Mutter von Max Klein und Witwe des verstorbenen Wilhelm Klein, dem noch jungen Verein ein Gelände an der Drosselstraße sowie einen Geldbetrag von 1.000 M, damit es in eine Anlage umgestaltet werden konnte. Schon ein Jahr später waren dort bereits Wege und Anpflanzungen geschaffen und an den Einfallwegen Tore und Drehkreuze angebracht. Zum 25-jährigen Vereinsjubiläum 1921 widmete der Verein diesem Park den Namen „Sophienhöhe“.

Sophienhöhe; (Postkarte ca. 1960)
Gedenkstein an der Sophienhöhe, Drosselstraße (Foto: A. Peter, 2016

Während der langjährigen Amtszeit im Verschönerungsverein setzte sich Max Klein zusammen mit den Herren aus dem Vorstandskreis für Aufforstungen in den Waldgebieten, die Anlage von Wegen und das Aufstellen von Ruhebänken ein. Besonderes Augenmerk aber galt den Ankäufen von weiteren Grundstücken – so am Ehrenberg und im Fastenbachtal – um ein zusammenhängendes Naherholungsgebiet stetig zu vergrößern. Hinzu kamen Grundstücksschenkungen und Geldspenden von Schwelmer Bürgern, die die Ausweitung des Besitzes ergänzten.

Postkarte; entstanden vermutlich nach einer Aufnahme von Dr. Vittinghoff, der 1921 zum 25 -jährigen Bestehen des Vereins eine Postkastensammlung herausgab.
Die „Waldlust“, Ehemaliges Ausflugslokal des Verschönerungsvereins Schwelm am Ehrenberg, Postkarte ca. 1910

Auch der Ankauf eines Anwesens am Schwelmer Ehrenberg mit Fabrikanbau 1907 und dessen Umgestaltung 1908 in das vereinseigene Ausflugslokal „Waldlust“ erfolgte unter maßgeblicher Mitwirkung von Max Klein.

Eröffnung der „Max-Klein-Hütte“ am 26.09.1936“ - eine Schutzhütte für Wanderer am Steinhauser Berg. V.l.: Dr. Emil Böhmer, Max Klein, Aenni Klein, Bürgermeister Dr. Wilhelm Peters und weitere Honoratioren (Foto: Stadtarchiv Schwelm)

1941 feierte Max Klein im Beisein zahlreicher Gäste seinen 80. Geburtstag. Seine Frau Aenni war bereits 1938 verstorben. Am 22. September 1946 vollendete Max Klein sein 85. Lebensjahr. Zu diesem Anlass ernannte ihn die Stadt Schwelm durch Bürgermeister Otto Klode erneut zum Ehrenbürger. Max Klein starb am 28. Januar 1949 im Alter von 87 Jahren als Ehrenbürger der Stadt Schwelm und Ehrenvorsitzender des Verschönerungsvereins Schwelm.

Grabstein Ruhestätte der Eheleute Klein, Friedhof Schwelm-Oehde, Ehrenwiese (Foto: A. Peter, 2016)

Quellen:

Lambeck, Ernst; „80 Jahre Verschönerungsverein Schwelm – Aus der Vereinsgeschichte“; Beiträge zur Heimatkunde der Stadt Schwelm und Ihrer Umgebung, Heft 27, 1977, S. 103-120.
Wiethege, Dieter; Verschönerungsverein Schwelm – 1896 -1996, Festschrift aus Anlaß seines 100jährigen Bestehens; Schwelm 1996 (72 Seiten)
Fenner, Wolfgang; „Über den Umgang mit Ehrenbürgern – Versetzung der Gräber Carl vom Hagens und Max Kleins“. Beiträge zur Heimatkunde der Stadt Schwelm und ihrer Umgebung, Heft 51, 2012, S. 118-119.
Kübler, Doris; „Stadtmarketing in Kaiserreich und Weimarer Republik“. Journal für Schwelm, Heft
Nr. 87, 2012/2013, S. 36-38.

Die Waldlust

Vielen Schwelmern ist die „Waldlust“ noch immer ein Begriff, der mit schönen Erinnerungen in Zusammenhang gebracht wird: Sonntagsspaziergänge, Kaffeetrinken, Toben auf dem Kinderspielplatz, Wintertage auf der Skiwiese oder Tanzpartys und Polterabende in jüngerer Zeit.

Seit 1908 war die beliebte Gaststätte auf dem Ehrenberg Ziel für Wanderer und Feierfreudige. Nachdem ein Wohngebäude mit angrenzendem Fabrikgebäude einer Bandweberei 1907 vom Verschönerungsverein angekauft, renoviert und 1908 als vereinseigene Gaststätte mit Schankbetrieb mit dem Namen „Waldlust“ eröffnet wurde, galt sie schon bald als Inbegriff eines lohnenden Wanderziels.

Auch eine Winterrodelstrecke entstand am Hang unterhalb des Gebäudes,

und später, 1980, wurde dort zusammen mit dem Skiklub Schwelm eine Skipiste eingerichtet, die sogar einen Schlepplift erhielt.

Das betagte Anwesen erforderte im Laufe der Jahre viel Pflege vom Verschönerungsverein und damit auch hohe Investitionskosten.

Mehrere langjährige Pächter führten den Betrieb, bis sich in den 1990er Jahren herausstellte, dass doch leider immer weniger Gäste das Lokal aufsuchten und immer weniger Wanderer dort einkehrten, dass aber die Kosten zur Erhaltung ständig anstiegen.

So kam es 1995 zu der Entscheidung des Vereins, die Waldlust zu verkaufen. Die neuen Eigentümer wandelten es in ein komfortables Wohnhaus um.

Der Verschönerungsverein Schwelm investierte den Verkaufserlös aus der Waldlust in die Kernsanierung und den Erhalt der 1860 im neugotischen Stil erbauten Martfelder Kapelle.

Die Martfelder Kapelle

In einem feierlichen Akt eröffnete der Verschönerungsverein Schwelm die Martfelder Kapelle am 25. März 1998 nach zweijähriger umfangreicher und denkmalgerechter Restaurierung. Seitdem dient das bauliche Juwel als Ort der kulturellen Begegnung und kann für verschiedene Anlässe wie Ausstellungen, Feiern, Sitzungen und Trauungen gebucht werden. Informationen dazu gibt es unter der Tel.-Nr. 02336 917-114, Städtische Sparkasse zu Schwelm.

Die Geschichte der Kapelle

1839 erwarb Friederike Freifrau von Elverfeldt das Rittergut Martfeld. Sie veranlasste umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen und die Anlage eines Park- 1860 beauftragte sie den bedeutenden Kirchenbaumeister Vincenz Statz aus Köln, Pläne für eine Andachtskapelle im Martfelder Park zu entwerfen. 1867 fügte der im Rheinland und in Westfalen nicht minder bekannte Baumeister Gerhard August Fischer aus Barmen einen Anbau hinzu, der der Familie als Grablege dienen sollte.

1954 fiel das Anwesen Martfeld mit Gebäuden, Park und Wald an die Stadt Schwelm. Die Zeit hinterließ besonders an der kleinen Kapelle deutliche Spuren des Verfalls. Um sie vor dem endgültigen Verfall zu retten, erwarb 1996 der Verschönerungsverein Schwelm das Gebäude und ließ es in enger Abstimmung mit dem Verein für Heimatkunde Schwelm und der AGU Schwelm denkmalgerecht restaurieren. Durch finanzielle Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, der NRW-Stiftung und der Wilhelm-Erfurt-Stiftung für Kultur und Umwelt Schwelm gelang dem Verschönerungsverein Schwelm das aufwändige Sanierungsprojekt.

Der Außenbau

Die Kapelle ist aus Bruchsteinmauerwerk errichtet und mit neugotischen Zierelementen versehen. Sie besteht aus zwei hintereinander, leicht versetzten Baukörpern mit steilen Dächern. Als Vermittler zwischen dem Außen und dem Innen kommt dem Portal eine besondere Bedeutung zu. Daher ist es aus Sandstein und kunstvoll ausgearbeitet. In seinem Giebelfeld stehen die Wappen der beiden Familien, denen die Auftraggeberin der Kapelle angehörte: Familie von Elverfeldt (links) und der Familie von Schwachenberg (rechts). Verbunden werden sie durch ein steinernes Band mit der Jahreszahl 1860, dem Entstehungsjahr der Kapelle.

Der Innenraum

Friederike Freifrau von Elverfeldt nutzte die Kapelle als Andachtsraum, in dem ein kleiner Altar und Bänke standen. Innen überrascht heute wieder ein heller, hoher Raum, dem man trotz der weitgehend erhaltenen Formen des 19. Jahrhunderts seine Restaurierung anmerkt. Neue Materialien wie die Eingangstür, der Fußboden oder die Metallfenster treffen auf alte Bauelemente wie das farbig gefasste Kreuzrippengewölbe mit fein ausgearbeiteten Schlusssteinen und Konsolen. Dieses stellt die göttliche Himmelszone dar – in Lichtblau, das das Licht der Ewigkeit symbolisiert.

Gemälde „Lots Flucht aus Sodom“

Den Innenraum der Kapelle beherrscht das große spätbarocke Gemälde mit einer Darstellung von Lots Flucht aus Sodom. Durch den eher zufälligen Fund der stark beschädigten Leinwand in der Pfarrei St. Marien in Schwelm und das günstige Zusammenwirken von Sponsoren für die Restaurierung fand das Gemälde als Dauerleihgabe der katholischen Kirchengemeinde 1999 in der Kapelle einen würdigen Platz.

Johann Heinrich Damelet

Bei der Restaurierung des Gemäldes gab es eine kleine Sensation, als man am rechten Bildrand auf eine Signatur stieß: „Damelet 1743“.
Johann Heinrich Damelet war 1749 in Münster als Hofmaler Fürstbischofs Clemens August von Köln tätig. Dieser, kunstsinnig und prunkliebend, ließ auch Schloss Brühl erbauen und war Kurfürst und Erzbischof von Köln, Fürstbischof von Münster, Osnabrück, Paderborn und Hildesheim. Johann Heinrich Damelet starb vor 1779. Das hier ausgestellte Bild wurde vermutlich für ein westfälisches Kloster angefertigt und kam im Zuge der Säkularisierung in die Schwelmer Gemeinde.

Die Grablege

Eine originale Eichenholztür führt in den etwas kleineren Anbau. Eine Spitztonne überwölbt diesen Raum. Im September 1868 starb Friederikes Schwiegertochter Wilhelmine Freifrau von Elverfeldt nach der Geburt ihres Sohnes und wurde hier bestattet. 1869 starb auch ihr Kind und 1872 Friederike von Elverfeldt selbst. Vermutlich in den 1920er Jahren überführten die Nachfahren der Familie von Elverfeldt die drei Särge in die Familiengrablege der Barone von Elverfeldt auf Schloss Canstein bei Marsberg.

Weiterführende Literatur:

Helbeck, Gerd; Zur Instandsetzung der Martfelder Kapelle: Schuf Gerhard August Fischer, der Architekt von Schloß Burg an der Wupper, den Erweiterungsbau? In: Beiträge zur Heimatkunde der Stadt Schwelm und ihrer Umgebung (BHS), 45.Heft, 1996.
Helbeck, Gerd; Ein bedrohtes Denkmal ist gerettet. Rede zur Eröffnung der restaurierten Kapelle des Hauses Martfeld am 25.03.1998. In: BHS, 47. Heft, 1998.
Peter, Anne; Friederike Freifrau von Elverfeldt. Ein Porträt der einstigen Besitzerin des Hauses Martfeld. In: BHS 48. Heft, 1999.
Hackler, Cornelia; Archäologische Untersuchungen im Grabbau der Kapelle bei Haus Martfeld in Schwelm. In: BHS, 48. Heft, 1999.
Martfeld-Kurier Nr. 17, 1993
Martfeld-Kurier Nr. 25, 1999

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